Haferkorn & Sauerbrey – Ganz viel Liebe auf Papier

Wir lieben die hübsch illustrierten Papierprodukte von dem Berliner Label „Haferkorn & Sauerbrey “.
Wer nicht schon von der zauberhaften Gestaltung überzeugt ist, ist es spätestens, wenn er die hochwertig gefertigten Karten in den Händen hält.
Vielen Dank für das spannende Interview liebe Romy Haferkorn von Haferkorn & Sauerbrey!

 

Liebe Romy, zusammen mit Miriam gestaltest du seit 2012 wunderschöne Grußkarten, besonderes Geschenkpapier und andere feine Produkte aus Papier. Was hat euch dazu bewegt, euch in diesem Bereich selbstständig zu machen?

Wir waren schon immer Liebhaber von stilvoller Papeterie. Allerdings gab es 2012 noch nicht allzu viel Schönes in diesem Bereich. Man musste schon als Trüffelsucher unterwegs sein, um wirklich geschmackvolle Grußkarten und schöne Geschenkpapiere zu finden. Das war auch der ausschlaggebende Grund sich mit Papeterie zu beschäftigen und so entstand 2012 unsere erste kleine Kollektion, die mittlerweile doch sehr umfangreich geworden ist. Zum Glück hat sich seitdem viel im Bereich Papeterie getan. Mittlerweile gibt einige tolle Labels mit sehr schönen Produkten.

 

Euer Sortiment umfasst viele farbenfrohe, grafische und/oder florale Karten. Wie kommt ihr auf die Ideen zu den Entwürfen?

Wir begeistern uns für alte Stilepochen, wie Pop-Art, Konstruktivismus, Art-Deco und Bauhaus. Sicher spiegelt sich diese Liebe auch in unseren Produkten wieder. Am meisten inspirieren mich Dokumentationen oder Berichte über den Entstehungs-Prozess von Kunst, Mode und Architektur. Aber auch der Alltag bringt gute Ideen. Ein Beispiel: letztes Jahr bin ich in der Mittagspause durch unsere Nachbarstraße gelaufen und die japanische Kirsche stand in voller Blüte, dazu stahlblauer Himmel und daraus ist unsere Geburtstagskarte „Cherry Blossom„ entstanden.

 

Hast du ein spezielles Lieblingsmotiv? Und kannst du dich noch an den Gestaltungsprozess zu dieser Grußkarte erinnern?

Mein Herz schlägt momentan für die neuen Weihnachtskarten „Frohes Fest“ und „Joyeux Noel“. Ich mag den 50er-Jahre Stil sehr und möchte gern weitere Karten zu unterschiedlichen Anlässen in diesem Stil gestalten. Inspirationen dazu habe ich mir aus alten Zeitschriften, Filmabspännen und von alten Werbeschildern geholt.

Wenn sich für mich ein Bild zusammenfügt, fange ich an die einzelnen Elemente am Computer zu illustrieren. Danach kommt das Feintuning und viele Probeausdrucke bis alles perfekt sitzt. Der letzte Schritt ist die Druckabnahme und das Feinjustieren der Farben an der Druckmaschine.

 

Kannst du uns ein paar Sätze zu den handwerklichen Aspekten eurer Arbeit erzählen? Wo und wie werden eure Produkte hergestellt?

Neben der anspruchsvollen Gestaltung legen wir großen Wert auf die Materialqualität. Deshalb kommen bei uns ausschließlich FSC-zertifizierte Feinstpapiere zum Einsatz. Die Drucktechniken werden jeweils auf das Motiv abgestimmt. Dabei nutzen wir gerne auch mal traditionelle Druckverfahren wie den Buchdruck oder die Heißfolienkaschierung. So bekommen manche Karten eine individuelle Note und werden zu einem haptischen Erlebnis. Bei all unseren Produktionen legen wir großen Wert auf den rein handwerklichen Herstellungsprozess und die fachliche Kompetenz vor Ort. Aus diesem Grund werden alle Produkte ausschließlich in Deutschland gefertigt. So gibt es keine langen Transportwege. Massenproduktion ist für uns keine Option!

 

Weihnachten steht vor der Tür. Wir freuen uns ja immer sehr über einen lieben Weihnachtsgruß auf Papier. Das geht wahrscheinlich vielen so. 🙂 Glaubst du diese schöne Tradition bleibt uns auch im Zeitalter der Digitalisierung erhalten? Wie viele Grußkarten verschickst du zum Fest?

Ich glaube ganz fest daran, daß Grußkarten zu Weihnachten immer Bestand haben werden. Gerade zu Weihnachten besinnen sich viele Menschen auf Tradition und Werte. Die „alten Tugenden“, welche im digitalen Alltag etwas in Vergessenheit geraten, rücken plötzlich wieder in den Mittelpunkt. Das spiegelt sich auch in unseren Umsätzen wieder. Das letzte Quartal ist immer das Umsatzstärkste. Das zeugt davon, dass die Menschen zu Weihnachten immer noch gerne Karten schreiben. Für mein Empfinden ist digitale Weihnachtspost auch wirklich schrecklich. Ich schreibe an Familie und Freunde jedes Jahr ungefähr 20 Karten. Aber auch zu anderen Gelegenheiten macht eine handgeschriebenen Karte Sinn, weil sie eben aus der digitalen Alltags-Kommunikation eindeutig hervorsticht. Allein die Tatsache, dass sich jemand noch die Zeit nimmt, zu schreiben und mit der Post zu verschicken, obwohl es rein logisch nicht mehr notwendig wäre, ist doch ein sehr wertschätzender Akt, oder?

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