Folge 22: Weihnachten mal wirklich genießen

Wenn wieder ein Papi eine Schneemaschine kaufen muss, nur um seinen Kindern Bilder zu schaffen von weißem Winter mit weißer Weihnacht, dann  ist es Zeit. Zeit, sich wohl für immer damit abzufinden, dass die Natur uns einen Streich spielt. Und wir sind schuld. – Weihnachten! Die Stadt liegt im Glanz. Auf der einen Seite. Und auf der anderen leuchten hinter tristen Gardinen bunte Lichterketten, und von Fenstern kleben Weihnachtsmärchen, von Balkonen hängen Santa Clause in Übergrößen und vor Geschäften erbetteln sich ein paar verlorene Existenzen ein Festtagsmenue. Die Stadt ist noch hektischer als sie auch sonst schon ist.

365 Tage steht der Mensch nicht still. Und doch schafft es der Winter, dass die Menschen näher zusammen rücken. Draußen joggen nur Fanatiker in kurzen Höschen, während kleine Cafés und Bars aus allen Nähten platzen. Und teilen sich hier schon 2 Menschen einen Stuhl, geht man eben doch noch mal über’n Weihnachtsmarkt. Eingemummelt in Pelzkragen, Ohrenschützer, Daunenjacken, Schal und Muff. Die Luft fängt unseren Atem auf, und steht man neben vielen anderen an einem Platz, wirkt zu viel Atem schon wie Nebel. Was geht in unseren Köpfen vor? Mindestens einmal in dieser Zeit, und alle Jahre wieder, spricht man gern von jenen Festen, die es gab, als man noch klein gewesen. Von Weihnachtsmärchen, Supergänsen, Maronenfüllungen, und ganz besonders von Schlitten- und Schlittschuhfahrten mit Freunden.

Heute trifft man sich kaum mehr zum Chillen in freier Natur. Und dabei bin ich  sicher – jedem würde das gefallen. Aber jeder sind auch jene, die heute lieber die Füße hochlegen und mit dem Laptop kuscheln. Naja, solange es da draußen auch nicht schneit – solange zwingt es einen ja nicht raus.  Eben Tage wie jeder andere des Jahres. Wirklich? Liegt nicht eine Musik über den Straßen, summen die Menschen nicht die ersten Melodien, deren Texte zwar auch nach Jahrzehnten noch nicht sitzen, doch irgendwo sind sie alle ein Stück berührt. Von dem Zauber, dem Duft, der Hektik, der Stille, die auch im Arbeitsleben folgen wird. Für die einen, deren Arbeit geleistet wurde und die nun darauf warten, im Januar wieder neu zu planen.

Aber nicht für die anderen, wie die Menschen hinter diesem Shop, die sich die Finger blutig packen, weil mehr Menschen denn je anderen eine besonders schöne und besonders unkomplizierte Gabenfreude bereiten wollen. Denn im Shop fühlt sich ja jeder angesprochen: die Frau, der Mann, die Freundin, die Nachbarin, die Tochter, die Omi. Und die Menschen hier sind schnell – so schnell wie Sie bestellen, damit auch Sie sich nicht durch enge Geschäfte quälen müssen. Bummeln in der Stadt können Sie dann später nur für sich und ganz in Ruhe. Lassen Sie sich mit-treiben im Strom der Masse, doch bleiben Sie dabei entspannt: Sie haben ja schon alles! Und vielleicht holen Sie den alten Schlitten aus dem Schuppen und platzieren den im Wohnzimmer. Streichen Sie ihn an, dekorieren Sie ihn, hängen Sie ihn auf. Und vielleicht kramen Sie noch ein paar alte Fotos raus, von Weihnachten aus Ihrer Kindheit. Treffen Sie sich mit Freunden und rahmen Sie gemeinsam alte Weihnachtsbilder ein. Rahmen finden Sie natürlich hier – und ist diese Idee nicht schöner als jeder übertriebene Kerzenkitsch?

Und nun wünsche ich Ihnen eine tolle Zeit. Liebe nicht nur als Wort, sondern als Tat. Hingabe nicht nur als Gewürz, sondern als Basis. Vergessen Sie, sich nicht zu streiten, das gehört wohl jedes Jahr dazu, aber vergessen Sie dann bitte auch nicht, sich wieder zu vertragen! Und ich wünsche Ihnen nach einem rauschenden Fest Lametta im Haar, Tannennadeln in der Bluse und Petersilie zwischen den Zähnen. Lachen Sie mal wieder! Und kommen Sie ja gut ins neue Jahr!
Im Januar lesen Sie mich wieder!

Bis bald, Ihre Conni

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